Fluglärm und Kinder – Eine kleine Streitschrift

Veröffentlicht am 26.05.2015
Geändert am 17.06.2015

Das „Gesetz zum Schutz gegen Fluglärm“ von 2007 unterscheidet in seiner gegenwärtigen Fassung nicht zwischen Babys, Kindern und Erwachsenen. Bietet das Gesetz wirklich den besonderen Schutz, der Kindern verfassungsrechtlich zusteht?

Kindern wird vom Gesetzgeber eine größere physische und psychische Vulnerabilität zugesprochen, mit einer Ausnahme: bei Fluglärm im privaten Wohnumfeld. Da Kinder selbst viel Lärm produzieren, wird ihnen eine höhere Widerstandsfähigkeit attestiert; Kinder schlafen tiefer, die Reizschwelle für Aufwachreaktionen liegt höher.

Das Gesetz ermöglicht es, den „Lärm“ an Schulen und Kindergärten mit Fluglärm zu vergleichen und Gerichte billigen folgende Aussage in lärmmedizinische Stellungnahmen: „Da trotz des selbstverursachten Lärms in Schulen und Kindergärten eine positive Entwicklung gewährleistet sei, gelte dies auch bei Fluglärm.“

In der sogenannten Fluglärmsynopse, einer Art Almanach, wurde von vier Lärmforschern über tausend wissenschaftlichen Publikationen zum Thema Lärm analysiert und zusammengefasst (frei nach Loriot: abgefüllt und verkorkst). Die Fluglärmsynopse dient und diente dabei als Richtschnur für die Legislative. Macht man diese „Flasche“ auf, kommt es einem sauer entgegen. Mindestens zwei dieser Lärmforscher treten noch als Gutachter in lärmmedizinischen Stellungnahmen zu Planfeststellungsanträgen von Airportbetreibern auf.
Zitat aus der lärmmedizinischen Stellungnahme im PF-Verfahren Vorfeld West, Flughafen Düsseldorf, vom 08.03.2010, von Univ.-Prof. Dr. med. Klaus Scheuch und Prof. Dr. med. Dr. phil. Gerd Jansen:

Fluglärm und Kinder – Eine kleine Streitschrift weiterlesen